Die einzige religiöse Anlaufstelle für die Armen und Fischer der Küste und der Lagune bis ins 19. Jahrhundert, die Kapelle San Zaccaria weist die für friaulische Votivbauten typischen architektonischen Merkmale auf: Satteldachfassade mit einem Reitergiebel-Glockentürmchen, rechteckiger Kirchenraum mit sichtbarem Dachgebälk und einem kleineren Presbyterium.
Das Oratorium ließ Zaccaria Vendarmin erbauen, Prokurator von San Marco in Venedig und Gerichtsherr der „Terra della Tisana", um die Mitte des 16. Jahrhunderts, mit der Widmung an den gleichnamigen Schutzpatron.
In ihrem Testament von 1575 stattete Elena Vendramin, Tochter des Zaccaria, das Oratorium mit einer Pfründe aus, „mit der Bedingung, dass der Priester jeden Sonntag im Monat eine Messe lesen soll, die gesamte Heilige Woche dort zu verbringen und alle Hauptfeste, und dass meine Erben ihn mit Kerzen, Öl, Messgewändern und allem versorgen, was die Kirche benötigen wird, und all dies eternis temporibus".
Die Kirche war jedoch wenig attraktiv, angesichts der Ungesundheit der Gegend und der wenigen „Wildwege", die zum Dorf führten: Es war daher sehr schwierig, einen Priester zu finden, und die wenigen Einwohner wurden zeitweise sogar der religiösen Feiern beraubt, da es keinen Zelebranten gab.
Der Zustand des Verfalls hielt 1818 an, als die Pfarrei von Latisana dem Erzbistum Udine angegliedert wurde. Über das Fehlen der Sonntagsmesse klagten damals die österreichischen Zöllner des Zollamts von Porto Lignano (bis 1886 gehörte die Gegend, wie ganz Zentralwestfriaul, zur habsburgischen Herrschaft), die sich bereit erklärten, zur Bezahlung eines Priesters beizutragen. So wurde ein Kaplan gefunden, der jedoch das Fehlen eines Taufbeckens beanstandete – weshalb die Kinder nach Latisana gebracht werden mussten – sowie das Fehlen eines Friedhofs.
Ende des 19. Jahrhunderts ist die Tradition belegt, die Statue der Madonna Vestita in einer Prozession zu tragen, woraus das einzige Dorffest entstand, das am dritten Sonntag im Oktober stattfindet.
In jener Zeit widmete die Venezianische Kirche die Kapelle feierlich der „Reinheit der Seligen Jungfrau Maria", doch diese Änderung wurde von der Bevölkerung nicht angenommen, die das Oratorium noch heute als San Zaccaria bezeichnet.
1984 wurde das Gebäude vollständig restauriert, und außerdem wurde die Grünfläche rund um die Kapelle neu gestaltet.
Die Kapelle ist derzeit täglich zu besichtigen.
MESSZEITEN
Sonn- und Feiertage: ore 21:00
(Informationen entnommen aus „Le chiese di Lignano", Text von Stefania Miotto, herausgegeben von der Deputazione di Storia Patria per il Friuli, Udine, 2007; www.storiapatriafriuli.it)

